Lookangmany thanks to author of original simulation = Wolfgang Christian and Francisco Esquembre author of Easy Java Simulation = Francisco Esquembre

Ist die Länge des Koaxkabel wichtig - gibt es richtige Längen, gibt es Kabellängen die man meiden sollte? - λ½ λ⅝ λ¼

Fazit:

-Antenne hat reelle +/-50 Ohm (Z) Anpassung am Fußpunkt=Kabellänge egal
-Antenne ist unangepasst, neu aufgebaut angeschlossen / Resonanz und Impendanz getrennt verstellbar=Kabellänge kann starken Einfluss haben, daher nicht egal.

Damit die 50 Ohm (Z) von Antenne, über Zuleitung, bis zum RX/TX auch diese 50 Ohm bleiben, ist Grundvoraussetzung, dass diese auch von allen Komponenten im System ein gehalten werden. So bald eine der Komponenten, z.B. die Antenne, hier weit abweicht - also durch mangelnde Anpassung z.B. 76 Ohm (Z) hat, werden diese dann mit den 50 Ohm des Kabels verrechnet und das Ergebnis am Kabelende ist in den meisten Fällen ≠ 50 Ohm (Z).
Im Fall von CB 11Meter sind dann bei einer Antenne mit falschem 76Ohm Abschluss z.B. alle 50-60cm andere Endwerte der Rechnung anliegend. Diese angezeigten Werte können an einem Kabel zufälliger Länge sowohl gut wie schlecht sein. Ist der Anzeigewert gut, z.B. SWR 1.1:1 freut man sich und geht von einer verlustfrei angepassten Antenne aus. Das ist natürlich falsch, denn unsere Beispielantenne ist ja mit 76 Ohm fehl angepasst zum 50 Ohm-Koax. Ist das SWR hingegen schlecht z.B. 1.5:1, könnte durch testweises verlängern/kürzen der 50 Ohm Koax-Zuleitung wieder eine 1.1:1 vorgetäuscht werden, was ebenfalls nicht der Realität von 76 Ohm SWR 1.5:1 am Antennenfußpunkt entspricht, sondern das alles meist eher ein Zeichen von Mantelwellen auf der Leitung ist (Koaxkabel wird zum Radial). Auch könnte man gleich mehrere SWR-Meter mit weiteren Metern Koax einschleifen und damit die gewünschten 1:1.1 erreichen, hier steigt jedoch einfach nur die Dämpfung an, die Antenne ist weiterhin schlecht angepasst, das SWR gemessen am Antennenfuß bleibt unbeeindruckt bei 1.5:1.

Damit es also insbesondere bei der Erstinbetriebnahme einer Antenne nicht zu solchen falschen Rechnungen kommt, wird praktisch bei jeder seriösen Antenne die SWR-Messung am Fußpunkt empfohlen. Was aber nicht immer praktisch umsetzbar ist - die Antenne ist ja am Mast. Damit die Messung auch an einem Anschlusskabel und auf Arbeitshöhe halbwegs reelle Werte ergibt, kann dieses von berechneter Länge sein: Vielfache von Lambda Halbe mal Verkürzungsfaktor des Koaxkabels. Man erhält dann die (ca.) Spiegelwerte des Antennenfußpunktes. Eine Erstinbetriebnahme einer Antenne an einem langen Koax zufälliger Länge kann zu falschen Schlüssen führen. Ein Nachstimmen der Antenne ohne genaues Meßfeedback kann in die falsche Richtung gehen.

Es gibt viele Sonderfälle bzw. Normalfälle für berechnete Kabel z.B.:

Eine weitere Ausnahme sind Antennen bei denen Resonanz und Impendanz getrennt verstellbar sind. Hat man keinen Antennenanalyzer zur Hand, sondern nur ein SWR-Meter, muss oftmals eine genaue Reihenfolge beim Einstellen eingehalten werden, Radiale, Direktoren, Reflektor und Strahler werden erst getrennt abgestimmt und nicht sofort das Gesammtsystem. Solche Antennen können fast immer ein 1:1.1 SWR an jedem Kabel "erzwingen, sind aber trotzdem Fehlangepasst. Als Folge ensteht eine geringe Wirkleistung und oftmals auch Mantelwellen auf dem Kabel. Diese können die SWR Messung dann zusätzlich verfälschen. Hier darf nur immer am Fußpunkt oder einer Spiegellänge gemessen werden, sonst funktionieren diese Antennen nicht richtig. Im Falle z.B. einer Yagi Beam mit Gamma-Match und falschen Längen kann man dann schon mal 40% Leistung bei SWR 1:1.1 verbraten und hat HF auf der Leitung. Auch die gute alte GP λ¼ oder der echte J-Pole wird oft vollkommen daneben betrieben und hat dann den Ruf als schwache Antenne, was jedoch nicht der Fall ist. Hier kann ein berechnetes Kabel zum Messen dann sehr sinnvoll sein, wenn der Antennen Fußpunkt nicht zu gänglich ist. Noch wichtiger ist jedoch oft die Reihenfolge beim Abgleich, sonst hat man eine Antenne ohne Wirkung, Mantelwellen auf dem Kabel und das alles bei einem SWR von 1:1.1 ! Mantelwellen und SWR sind unabhängig von einander!

Myth-Buster:Ein Koaxialkabel strahlt nicht zwangsläufig wegen einer schlechten Stehwelle, aber ... wird z.B. der Erst-Abgleich einer CB-Antenne an einem langen random Kabel vorgenommen und das SWR liegt permanent über z.B. 1:1.5, könnte zusätzlich eine Unsymmetrie der Antennenanlage vor liegen. Dies führt dann zu Mantelwellen auf dem Kabelaussenmantel, welche wiederum das SWR beeinflussen können. Es fließt jetzt auch außen auf dem Mantel (Mantelwelle) ein Rückstrom zurück zum SWR-Meter, die anliegende Spannung ist von der Position des SWR-Meters abhängig, wie auch der Einfluss auf die Messung selbst. Manch ein CB-Funker steckte schon in diesem Hexenkreislauf und berichtet von mekwürdigen Abhängigkeiten im System - auch bis ins Stromnetz. Besonders spannend wird so was vor allem dann, wenn Leistung im Spiel ist. Hier kann nur von der Antenne an ... angefangen werden Abhilfe zu schaffen. Mantelwellen können übrigens auch bei gutem SWR vorhanden sein - ist das SWR auf 1:1.1 werden Mantelwellenerscheinungen gerne ignoriert, können aber bereits Probleme durch direkt Einstrahlung machen (Router reset, PC-Aussetzer, TVI, Auslösen von Alarmanlagen etc).

Also die Kabellänge ist mal wurscht oder von großer Bedeutung. Für den normalen Funkeraltag spielt das Thema Kabellänge aber eine untergeordnete Rolle, sollange alle Komponenten passen. Da sich die günstigen Kabellängen jedoch wiederholen, liegt eigentlich immer eine passende "günstige" Länge im Anwendungsbereich. z.B. bei 27MHz und Verkürzungsfaktor 0,66 auf: 7,33m, 10,99m, 14,66m, 18,32m, 21,98m, 25,65m, 29,31m, 32,98m .